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Tag 4: Di 21.12.2010 über Fratehpur nach Bikaner
26.1.2011 von Gol Dson.
Kamelbabys und Tucktuck
Fratehpur, ein für Indien kleines Städtchen von ca. 30.000 Einwohnern erreicht man von Mandawa kommend nach gut einer Stunde Fahrtzeit über recht abenteuerliche Straßen, welche dieses Wort kaum verdienen. Es zeigt sich im wesentlichen der gleiche Strom von Paktieren, Traktoren, Motorrädern und merkwürdigen Transportmitteln, wie tags zu vor. Das Hupen scheint neben der Warnfunktion ein äußerst wichtiges Kommunikationsmittel zu sein, welche sich dem Uneingeweihten nur langsam erschließt. Es dient der Begrüßung, wie Hallo wie geht’s, tutuut, oder Heh ich komme bepbep oder ein langgezogenes wie platzda. Es gibt Hupen von ein kurzen Quietschton bis hin zu phantasievollen Melodiefanfare. Offensichtlich erfreuen sich die Huptonvarianten ähnlicher Beliebtheit, wie für unsere Kiddys die Klingeltöne der Handys.
Fratehpur verfügt über eine ganze Reihe von Havelis. Viele sind in einem erbärmlichen Zustand, einige werden aufwendig restauriert und einige werden sogar noch bewohnt. Die Bewohner sind sicher nicht mehr die reichen Handelsfamilien, sondern ehr einfache Menschen. Während die ursprünglichen Bewohner den sich ändernden Handelswegen folgten und sich immer öfter in den großen Metropolen niederließen, sind die jetzigen wohl mehr so etwas wie Hausmeisterfamilien. Zumindest erfüllen sie diesen Zweck. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Bewohner bewohnen kleinere Stadtpaläste und die wundervollen Häuser mit ihren tollen Shekavati- Malereien bleiben erhalten.
Phantasievoll ist wohl momentan das Attribut, welches sich hier förmlich aufdrängt. Mag das Leben der Menschen hier noch so einfach erscheinen, so finden diese immer noch ein Möglichkeit sich und ihre Umwelt zu verzieren. Mir fallen immer wieder die liebevoll von Kunstfertigkeit ausgeführten Bemalungen auf. Diese sind überall zu finden, an LKW, an Kleintransportern, geschmückten Kamelen, die mit einer schon stolz wirkenden Gelassenheit schwerste Lasten tragen.
Eine gehörige Portion Toleranz wird uns Europäern abverlangt, wenn man sich zu Fuß den Weg durch die Stadt bahnt. Vor allem der allgegenwärtige Abfall, vermischt mit Bauschutt der zerfallenden Häuser und den Fäkalien von Mensch und Tier fordert uns einiges an Gelassenheit ab und ob eine Gewöhnung daran möglich sein wird, wird sich zeigen.
Und weil es überall so viel zu sehen, soviel zu bestaunen gibt sollte man dennoch aufpassen, wohin man seine Füße setzt. Aufpassen muss auch unser Beifahrer. Dieser erweist sich einmal mehr als Navigator der Wege und der darin befindlichen Schlaglöcher.
Bikaner ist eine Millionenstadt. Das ist sicher für indische Verhältnisse nichts ungewöhnliches, aber den unerfahrenen Mitteleuropäer trifft eine volle Breitsete. Ein unglaubliches Gewusel an geschäftstüchtigen Indern. Jedermann, ob Oma, Greis, Kind oder Mann scheint einem irgendwas verkaufen zu wollen. Obst, Ansichtskarten, Räucherstäbchen, Gewürze;egal was. Am liebsten den unbedarften Touristen.Hinzu kommt der wahnsinnige Lärm der Verkehrs, wobei ich inzwischen die Hupen ehr als einzige Konstante in dem Chaos auszumachen vermag. Dass das Hupen auch Gefahr signalisiert, welches man durchaus ernst nehmen sollte, wird mir auf der Fahrt zum Hotel bewusst. Auch wenn der Lenker des Tucktuck ein Meister seines Fachs zu sein scheint, erfüllt mich das enorme Gedränge nicht grade mit Beruhigung.
Die Kamele stellen einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für Bikaner dar. Es ist berühmt für seine Kamelzucht, seine Erzeugnisse aus dessen Rohstoffen wie Leder oder Kamelhaarprodukte. Kamelmilch soll stark Insulin senkend wirken.
Der Besuch am frühen Nachmittag im Junagarth Fort hat dennoch seine Eindrücke hinterlassen. Dieses Fort stammt aus dem 16. Jahrhundert, wurde im Moslemisch-Hinduistischen Stiel erbaut. Dieses prachtvolle Fort befindet sich noch immer im Privatbesitz und wird von einer Stiftung verwaltet, was dann auch den vortrefflichen Zustand der Anlage erklärt.Der letzte Fürst, der das Fort mit seiner Familie bewohnte, verstarb 1950.Die Familie Pflegte einen engen Austausch mit den englischen Besatzern, wovon noch viele der ausgestellten Exponaten Kenntnis geben. Offensichtlich ging es einigen der alten Maharajas mehr um die Erhaltung der eigenen Macht, als um das Wohl ihrer eigenen Landsleute.
Noch bevor wir das Hotel aufsuchten, statteten wir einer grossen Kamelfarm einen Besuch ab. An dieser Farm befindet sich ein Forschungsinstitut für so ziemlich alles, was mit der Zucht, Aufzucht und Verwertung von Kamelen, die im übrigen Dromedare ( ein Höcker) sind, zu tun hat. Im indischen steht das Kamel für Schönheit. Wer es nicht glaubt, der sollte sich die Augen ansehen, mit den grossen Wimpern. Selbstverständlich werden diese Schönheiten noch extra herausgeputzt.
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Tag 3: MO 20.12.2010 Von Delhi nach Mandawa (Shekavati)
24.1.2011 von Gol Dson.
Ankunft in Delhi gegen 02:30 Uhr Ortszeit.Der neu gebaute Flughafen ist riesig. Die Gänge und Wartehallen sind mit Teppichboden ausgelegt und strahlend hell erleuchtet, als wenn Unmengen von Fluggästen abgefertigt werden müssen. Aber es ist ehr ruhig. Das Auschecken verläuft problemlos auch der spannende Teil einer jeden Flugreise, die Koffer in Empfang zu nehmen klappt. Die Bandförderanlage spuckt die beider Koffer im Abstand von etwa 15 Minuten aus.So, noch etwas Geld getauscht. Hoffentlich hat die Information um unsere um reichlich einen Tag verspätete Ankunft die Reiseagentur vor Ort erreicht. Aber klar doch, noch vor dem Ausgang kommt ein zwar ebenfalls müder, dennoch sehr freundlicher Mitarbeiter von der örtlichen Reiseagentur mit einem weiteren Pärchen unserer Gruppe im Schlepp, auf uns zu.Wir werden in einen Kleinbus verfrachtet und in äußerst abenteuerlicher Geschwindigkeit, vorbei an diversesten Straßenkontrollen, durch Schlaglöcher und über Speedbreaker zum Hotel gebracht. Der Linksverkehr ist nicht das einzigste, was irritierend wirkt. Die Stadt steckt unter einer Dunstglocke, welche glücklicher Weise den Straßenlärm um einiges dämpft.
Gegen 4 Uhr sind wir im Hotel und kurz darauf im Zimmer.Ich finde nicht alle Lichtschalter. Es gibt mindestens zwölf davon in dem Zimmer. Aber die Deckenbeleuchtung lässt sich nicht ausschalten. Auch bin ich zu erschöpft, um noch irgendwelche Leute aus den Schlaf zu klingeln. Kurzentschlossen nehme ich die Türchipkarte aus der Halterung an der Tür und einige Minuten später geht das Licht von allein aus.Das sich ein halbes Dutzend weiter Schalter im Nachtischkasten hinter einer Schubladenklappe verbirgt, sollte sich nach dem Wecken herausstellen.Bevor die Koffer zur Abreise vor die Tür gebracht werden sind alle Stellen nachgesehen worden, ob nichts liegen geblieben ist, und siehe da! Schicke Lösung, wenn man weiss wo.Beim Frühstück treffen wir das Pärchen von unserer Nachtfahrt und den Rest unserer Gruppe. Später erfahren wir, es fehlen immer noch drei Personen. Es scheint nicht nur am Wetter zu liegen. Auch der Dunst lichtet sich und es wird laut von der Straße her.
Der Tag beginnt: 6 Uhr wecken, 7 Uhr Frühstück und pünktlich 8 Uhr auf der Piste Richtung Mandawa, unserer ersten Station in Shekavati, einem Verwaltungsgebiet in Radjestan, dem Land der Maharadjas. Maharadjas sind alte Herrscherhäuser, welche ihren Reichtum entlang der Seiden- und Kamelstraßen als Händler erworben haben sollen. So sagt es jedenfalls Sonny, unserer Reiseleiter. Auch der Busfahrer und der Beifahrer, so eine Art Navigator, haben sich mit ihren Künstlernamen vorgestellt.In unserer Reisegruppe sind wir mehr per Du, obwohl wir doch recht unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Stellung und Temperament sind. Wenn wir dann komplett sind, werden wir 12 sein. Uns verbindet die Neugier auf dieses riesige Land.Den Lärm, der sich hier hauptsächlich aus dem tosenden und dauerhupenden Fahrzeuglenkern ergibt. Obwohl der Linksverkehr scheinbar keiner Ordnung unterliegt und wohl für den Nebel der Stadt und des Landkreises verantwortlich sind.Zur Mittagsrast werde ich erst wirklich wach. Die vormals in der Überzahl weißen PKW werden zunehmend um viele bunte, liebevoll bemalte LKWs und Kamelfuhrwerke ergänzt. Je weiter man in die Außengebiete vordringt, desto schlechter werden die Straßen und um so unsauberer und bunter die Straßenränder. Enorme Schlaglöcher, die der Navigator zu umschiffen hilft, aber wohl ehr versucht nicht all zusehr in den großen aufzuschlagen. Ich hoffe, der Bus ist so robust, um die knapp 3000 km Wegstrecke durchzustehen.Den Wegesrand sãumen Verkaufsbuden mit ihren farbenfrohen Auslagen, Garküchen mit Pritschen zwischen Grundstücksgrenze und Straßenrand, auf den sich Männer inmitten des Trubels erholen können. Die Frauen tragen bunte, leichte Tuchgewänder, die Saris, die an Farbigkeit kaum zu übertreffen sind. Und überall Abfall.
Noch vor dem Abend, am Zielort angekommen, besichtigen wir einige Haveli. Das sind alte Häuser, welche reichen Händlerfamilien einst bewohnten und heute meist verlassen sind. Diese hier sind prachtvoll mit Wandmalereien versehen. Manche kann man auch von innen betrachten. Da doch einige zum Teil von einfachen Familien bewohnt werden. So wird verhindert, dass während sich die reichen Familien in anderen Gegenden niedergelassen haben, die Häuser dem Verfall anheim fallen.Ein weiteres Erlebnis beschert uns der Gang durch die Stadt, eines welches uns die ganze Reise begleiten wird, die Bettler und Straßenverkäufer. Hauptsächlich Kinder und Frauen betreiben diese Tätigkeit, in sicheren Abstand von Männern beäugt.Das Hotel befindet sich ineinem Mahardjapalast. Es sind toll eingerichtete großräumige Zimmer, fast königlich.Leider lies sich das Zahlenschloß unseres einen Koffers nicht mehr öffnen. Offensichtlich war die Schließeinheit defekt. Nachdem wir alle Zahlen von 000 bis 999 einzeln durchprobiert hatten, musste das Schloss gewaltsam geöffnet werden. Freundlicher Weise überließen uns Angestellte aus dem Hotelshop ein paar Meter Strick, um den Koffer zuzubinden. und das gleich am Anfang der Reise.So wie der Tag nach nur zwei Stunden Schlaf begonnen hatte, scheint er sich auch zu verabschieden; nämlich mit Lärm, ungeheuren Lärm. Während es am morgen der Tumult und das Hupen einer erwachenden Metropole war, ist es jetzt der Lärm einer Volkstanzgruppe, der sich durch das prachtvolle Anwesen des Maharadja-Palast Bahn bricht. Aber ich glaube, nach den Ereignissen werde ich schlafen wie ein Murmeltier.
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Resümee
10.1.2011 von Gol Dson.
Ich habe es nicht geschafft, in einem der tollen Hotels trotz Aushang, ein zweites mal ins Internet zu kommen. So werde ich versuchen den Blog nachträglich mit Hilfe meiner Notizen zu verfassen. Aber das kann nun etwas dauern.
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Tag 2: Anreise
22.12.2010 von Gol Dson.
Nun gut, es sollte der erste Tag in Indien Delhi sein, aber die Anreise gestaltet sich doch schwieriger als gedacht. Nachdem wir, wir - das ist mein liebreizende Gattin ( absolut ohne Ironie gemeint) und ich, den gestrigen Tag auf dem Frankfurter Flughafen zugebracht haben, uns stundenlang durch diverse Schlangen gekämpft haben, befinden wir und auf dem Weg nach Delhi.Die Sitzplätze in der LH Maschine sind wie immer eng, die Gepäckfächer übervoll, und auf Standby waren auch keine zusammenhängenden Sitzplätze mehr zu bekommen. So dass mein Schatz am vorderen Teil und ich diametral im Hinterteil untergekommen bin. Aber die restlichen drei Stunden werden wir wohl auch noch schaffen.Die mich unmittelbar umgebenden Passagiere indischer Herkunft, scheinen sich verabredet zu haben, mir die indische Lebensweise näher zu bringen, und dass recht intensiv. Zum einen die nette und zuvorkommende Art, ein freundliches lächeln, welches Verstehen signalisiert -wobei ich bezweifle, das es sich um Verstehen handelt, ehr um Mitleid oder ein wissendes lächeln, mit dem Hintergrund, dass man sowieso nur alles falsch machen kann. Oder das für mich als Mitteleuropäer rüpelhafte benehmen unangenehm riechender MitreisenderInnen. Die Innen schein jedenfalls den Wettbewerb gewonnen zu haben.Während mein sehr gebildet erscheinender Nachbar zur Rechten die ganze Zeit mit schlafen zubringt, übt sich mein Nachbar zur linken, darin, fleißig zu erscheinen. Laptop mit Excelkonstrukt. Welches ihm den Schweiß auf die noch jugendlich wirkende Stirn treibt, weil der Vordermann in seiner um Verzeihung heischenden Art, den Rücksitz soweit nach hinten geklappt hat, dass jener ebenfalls den Sitz nach hinten klappt, um wenigstens mit stark angewinkelten Handgelenken die Excel Tabelle zu füllen. Von den vorderen Reihen schlägt sich eine mit diversen Gewürzgerüchen versetzte Methangaswolke Bahn, was mich veranlasst trotz hoher Temperatur an meinen Had zu Nesteln und mir selbigen über Nase und Augen zu ziehen. Etwas Schlaf wäre nicht schlecht.
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Tag 1: Versuch einer Anreise
18.12.2010 von Gol Dson.
Für heute geplant war eigentlich die Anreise von Frankfurt via Zürich nach Delhi. Eigentlich. Leider machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Der Flug wurde wegen Schneefall gecancelt. Und die Lufthansa glänzte über weite Strecken durch Unfähigkeit, Fehl- und Desinformation. Nach insgesamt 11 Stunden anstehen in diversen Schlangen mit Einzelstandzeiten von bis zu vier Stunden.Ergebnis des heutigen Tages; ein von der LH bezahltes Hotel mit Transfer von und zum Flughafen, ein Warteplatz auf einen Non-Stop Flug nach Delhi für morgen. Immerhin konnten wir die Koffer am Nachtschalter aufgeben. Allerdings mit einer weiteren Anstehparty von reichlich drei Stunden. Selbst dieses Unterfangen wurde kurz vor Abschluss noch in Frage gestellt, weil das System offensichtlich kein Gepäck mehr buchen konnte. Ein netter Servicemitarbeiter von LH ist es zu verdanken, dass wir das Gepäck doch noch aufgeben konnten. Nun bin ich gespannt, was uns morgen erwartet. Ob wir einen Sitzplatz bekommen und ob das Wetter wieder mitspielt oder was auch immer. Es ist bisher wenig erbauend. Aber morgen sieht die Welt hoffentlich besser aus.
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Nächster Test
15.12.2010 von Gol Dson.
Test vom iPhone
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Test vom iPad
12.12.2010 von Gol Dson.
Test eines App, welches wohl auch auf dem iPhone läuft.
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Hallo Welt!
11.12.2010 von Gol Dson.
Das ist der erste Versuch eines Blogs.
Diesem will ich meine anstehende Indienreise widmen. Entscheidend für die Aktualität wird es sein, ob ich in Indien kostengünstig zu einer Datenkarte für mein iPad komme.
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